spiritparks
by Günther Karner and Johannes Matthiessen

Kunst

Geländetransformation

Da ein SPIRIT PARK das Denken, Fühlen und Wollen seiner Besucher/innen impulsieren soll, gilt es das Gesamtgelände durch umfassende künstlerische Prozesse in einen „Sacred Place“ zu transformieren. „Mutter Erde hat sich in Schmerzen zusammengezogen. Unsere Aufgabe ist es, sie wieder zu vergeistigen und durch die Kraft unserer Hände Arbeit umzuwandeln in ein zukünftiges Gesamtkunstwerk.“( Rudolf Steiner, 1909) Diesem Gedanken entsprechend sollte das gesamte Parkgelände zu einem lebendig- atmenden Großrelief, in eine große Erdskulptur transformiert werden.

Damit diese Verwandlung gelingt, muss zuerst die Geschichte des Ortes ergründet und seine Energien erspürt werden. Gleichzeitig gilt es, das zentrale Fokus- oder Leittthema des neuen SPIRIT PARKs zu entdecken und ganzheitlich zu erfassen und durch einen intensiven kreativen Prozess in einer ersten qualitativen Grundskizze zu notieren. Von einer gut gelungenen, mit Liebe künstlerisch gestalteten Grundskizze, kann eine mitreisende Kraft ausgehen, die imstande ist, viele Menschen zu begeistern. Sie ist meist ein erster wesentlicher Meilenstein am Weg der Realisierung eines neuen Parks.

 

Die Kunst ist eine Schöpfung des Menschen parallel zur Natur (Paul Cezanne)

Über die Kunst kann der Mensch in einen Dialog mit der Natur treten. Er lernt von der Natur, die Natur lernt von ihm. Und dort, wo die Natur mit ihren Schöpfungen an ein Ende kommt, kann der Mensch sie als „Künstler“ fortsetzen. Die Objektkunst im SPIRIT PARK, z.B. Skulpturen sollten so entwickelt werden, „wie die Natur“ es macht und nicht nach der Natur. Es geht also weder um ein Kopieren noch um „tote Abstraktionen“, sondern darum eine gesteigerte Lebendigkeit ins Ödland unseres Alltags zu bringen.

 

Organische Architektur

Neue SPIRIT PARKs sollten sich als Wegbereiter für eine lebendige organische Architektur verstehen. Energiekurven und Linienrhythmen sollen Lebensprinzipien verkörpern. Alles Lebendige ist Entwicklungen und Metamorphosen unterworfen.

 

Eine dienende Kunst

Vielerorts tritt die moderne Kunst des Menschen als Kontrahent der Natur auf, drängt sie zur Seite und stellt sich Aufsehen erregend in den Mittelpunkt. So wird die moderne Kunst oft zur optischen Umwelt-verschmutzung. Genau das sollte in SPIRIT PARKs nicht die Rolle der Kunst sein.

 

Kunst als Medizin und Therapie

Kunst ist immer eine Verbindung von geistiger und physischer Substanz, durch das sich das Kunstwerk ausdrückt. Dabei wird in geheimnisvoller Weise immer auch die Seele des Menschen berührt: Gefühle entstehen. Der Mensch kommt emotional in Bewegung. Seine Mitte, sein Herz wird angesprochen, er wird ernährt.

Da SPIRIT PARKs eine wohltuende, belebende, Seelen fördernde und geistfordernde Wirkung auf den Menschen ausüben sollen, muss das Kunstwerk SPIRIT PARK in seiner Gesamtheit Schönheit ausstrahlen, so dass der Mensch sich beim Durchschreiten erhoben, gesund und vermenschlicht fühlt. In diesem Sinn soll die Kunst in einem SPIRIT PARK über den persönlichen Ausdruck des Künstlers hinaus, eine heilende Wirkung auf Mensch und Natur anstreben.

 

Die Welt erhöhen und veredeln

Die Aufgabe der Kunst ist es, die Welt in die Sphäre des Göttlichen zu erheben. Nicht was ist, liegt der Kunst zugrunde, sondern das, was sein könnte, das Mögliche. Es geht bei SPIRIT PARKs daher nicht um ein Verkörpern des „Übersinnlichen“, sondern um ein Umgestalten und ein „Hinaufheben“ des Vorhandenen.