spiritparks
by Günther Karner and Johannes Matthiessen

Ökologie

Aufmerksame Zuwendung an die verwundete Natur

SPIRIT PARKs können/sollen auch an Orten entstehen, die man im vor hinein nicht als Kraftorte oder besonders schöne Plätze bezeichnen würde. Es können insbesondere Stellen sein, in denen der Natur Wunden zugefügt wurden. Durch Heilung dieser „verletzten“ Flächen kann der Natur wieder etwas zurückgegeben werden.

 

Brachliegendes veredeln

Durch die Weiterentwicklung zu einem SPIRIT PARK können brachliegende und möglicherweise lange vernachlässigte Strukturen, wie alte Parks, Wege, Grün- oder Industrieflächen eine Aufwertung und einen neuen Sinn erfahren. Das Vorhandene wird quasi „geistig veredelt“ und einer neuen belebenden und sinnstiftenden Nutzung zugeführt.

 

Auszug aus dem Buch „Kunst.Werk.Erde“ (J. Matthiessen): „Nach der Schließung des Sägewerks wurden Rest dieser Industriebauten wie Betonplatten, Fundamentstreifen oder asphaltierte Flächen einfach im Boden belassen. Eine nackte Steppe ohne die ehemalige Artenvielfalt und Vitalität des Bodens blieb zurück. Ohne Schönheit und emotionale Ausstrahlung. Es war tatsächlich- bis zur Umgestaltung in den SPIRIT PARK– das toteste, vernachlässigste und bedrückendste Grundstück Neumarkts. Es wirkte wie ein resignierter kranker Mensch, der einen schweren Schicksalsschlag nicht verkraften konnte. Diese negative Stimmung strahlte ungehindert in die unmittelbare Umgebung Neumarkts aus

 

Eines war klar: Es sollte wieder Vielfalt in diese abgetötete Fläche gebracht werden. Denn Vielfalt in jeder Hinsicht und auf jeder Ebene bedeutet Leben, Lebendigkeit. Die Vielfalt kommt durch viele unterschiedliche Elemente zustande. Unterschiedlichkeit erzeugt Spannung und Polaritäten. Damit das kranke Stück Land gesund werden konnte, mussten die unterschiedlichen Elemente zu einem harmonischen Ausgleich gebracht werden.

Ökologie bedeutet für uns, dass auf der physischen Ebene der Natur die verschiedenen notwendigen Elemente in einem ausgleichenden und sich gegenseitig ergänzenden Verhältnis zueinander stehen.

Die spannende Herausforderung bei der Verwirklichung des NaturLeseParks war, dass wir eine quasi tote, neutrale und brettebene Fläche ganz neu zu gestalten hatten. Es waren so gut wie keine qualitativen Ausgangspunkte gegeben, an die wir hätten ansetzen können. Wir hatten buchstäblich bei „ground zero“ zu beginnen und einen ganz neuen, lebendigen Landschaftsorganismus aufzubauen. Hierfür war es notwendig sich ganz grundsätzlich darauf zu besinnen, mit welchen ökologischen Elementen dies zu schaffen sei.

 

 

Aus all diesen Elementen wurde die Gestalt des Parks entwickelt .

 

Integration vorhandener Ressourcen

Beim Aufbau eines neuen SPIRIT PARK sollte möglichst auf die vor Ort vorhandenen Ressourcen (Menschen, Baumaterialien, Pflanzen etc.) zurückgegriffen werden. Dieses Nutzen regional vorhandener Ressourcen sollte aber nicht dogmatisch betrieben werden. Wenn es z.B. Sinn macht, Pflanzen zu verwenden, die nicht aus der Region stammen, so gilt es, dies zu tun.

 

Denke global, handle lokal

Bei der Umsetzung gilt es höchsten Wert darauf zu legen, das SPIRIT PARK Modell entsprechend der realen Situation vor Ort (Mensch-Natur-Geschichte etc.) entsprechend zu modifizieren und zu gewichten. D.h. es kann keine zwei gleichen SPIRIT PARKs geben. Es gibt auch kein SPIRIT PARK Konzept, dass man einem Ort, einer Region oder Organisation einfach überstülpen kann.